Alle paar Monate findet in unserer großen Großstadt eine Messe statt. Manchmal finden sogar einige Wochen hintereinander Messen statt. In dieser Zeit ertönen die Lautsprecherdurchsagen in und neben den Straßenbahnen dreisprachig. Eine Art Weltstadtflair umgibt dann die City und jeder spricht plötzlich ä littel bit inglisch. Es wimmelt dann auch von ChinesenJapanern Asiaten, Arabern, östlichen Europäern sowie englisch- oder spanischsprachigen Besuchern auf den Straßen und den Gassen. Also wirklich bunt und lustig. Weltmännischfrauisch.
Schön ist es, wenn man den asiatischen Besuchern in irgendeiner Weise beim Übersetzen ihres Englischs in ein Englisch, das auch die älteren Hannoveraner verstehen oder besser noch ins Deutsche, helfen kann. Wunderbar.
Eine Theke über der in grünen fetten Buchstaben SERVICE steht und hinter der sich zwei Damen mit grünbetuchten Hälsen tummeln. Ein wenig verlegen kichern sie und schauen sich zwischendurch verstohlen panisch nach Fluchtmöglichkeiten um. Doch da gibt es keine einzige.
Der Chinese spricht immer wieder zwei Worte aus, nach denen er sucht. Nein, er kennt die Worte, sucht aber nach etwas, was sich wirklich dahinter verbirgt. Auf seinem Zettel steht:

Okay. Er möchte große Füßen haben? Nein, er schüttelt den Kopf.
Du ju want tu buy schuus? No. Dann kommt der Wink mit dem Zaunpfahl: er macht schaufelnde, essende Gesten.
Du ju want tu iet? Ein Nicken.
Ja! Somit wäre der Teil mit dem Fuß gelöst. FOOD. Big food?
Ich schaue diesen Szenen verkäuferischer Verzweiflung eher versteckt zu, während mein Mann um die Theke herumschleicht und nach kurzem Überlegen entscheidet, sich einzumischen.
Kann ich helfen? Jaja! Die Rufe der Servicemitarbeiterinnen klingen verzückt und erleichtert, es hätte nicht viel gefehlt und sie wären meinem Mann um den Hals gefallen. Zum Glück waren sie eher alt als jung. Wie dem auch sei.
Do you want to eat something?
Yes! Big foot. Großes Füße Essen!?
Restaurant? Yes.
Hamburger? Yes. Big foot.
Allen Englischkenntnissen zum Trotz sind Hände-und-Füße die einzige wahre Weltsprache. So kommt heraus, dass der junge asiatische Mann
PIG und nicht BIG
meint.
Gut. Schweineessen. Kein Problem, das gibt es überall.
No, pig foot.
Also Schweinefüße möchte er nun doch in Wirklichkeit essen. German speciality. Glaubt es oder glaubt es nicht, wir mussten ihn unverrichteter Dinge wegschicken. Ob jung oder alt, keiner kam letztens Endes auf die Idee.
Nachdem wir den Asiaten, den nach deutscher Kultur und Lebeart dürstete, so im Stich gelassen hatten, fiel mir Eisbein ein.
Das nächste Mal mach ich es einfach so:
I´m sorry, but I am not from here. Maybe I am some kind of tourist. Too. Aehem.