Gefüllte Champignonköpfe mit Reis, gezaubert in liebevoller Kleinstarbeit mit zwei Schwestern, der einzigen zukünftigen Schwägerin und meinem Liebstem.

Hauptthema beim anschließenden Verzehr stellten die Punkte vom WeightWatchers Programm dar, denen meine Schwester folgt. Ich lehne eben diese Punkte ab, bevorzuge dafür Süßigkeitenminderung, hungrige Abende und dreimal die Woche Sport auf der heimischen Matte. Meine Radfahrmuskeln erwachen wieder zum Leben!

Dank freundlicher Fettverteilung auf alle meine wunderbaren Körperproportionen war mir die Anzahl der übergewichtigen Kilogramme nicht sofort aufgefallen. Zumal uns eine Körperwaage in unserem Hausbestand gänzlich fehlt. Der Abcheckarzttermin offenbarte beim Wiegen die traurige Wahrheit und nun arbeite ich an der Minderung dieser Wahrheit.

So langsam erfolgreich. Zumindest verbessert sich schon einmal mein Lebensgefühl. Und meine Kondition. Normalgewicht, ich komme!

Gestern besuchte mich Frau Nachbarin mit ihrem kleinen süßen dreimonatigen Sohn. Klein und süß auch deshalb, weil ich während des gesamten Nachmittags meine Brille auf der Nase trug und mich der Kleine immer wieder verzückt anlächelte. Er scheint sich in mich meine Brille verguckt zu haben.

Als ich letztes Jahr in der Kinderbetreuung eines Schickimicki-Fitnessstudios gearbeitet habe, schrieen die Kinder erst nicht mehr, nachdem ich meine Brille abgenommen hatte.

Brillenbanausen!

Wenn ich das Gefühl habe,

ich müsste zu schnell reden,

um gehört zu werden,

beginne ich zu verstummen.

Es ist inzwischen dicker, schmerzhafter, unschöner, aber ich kann noch gucken. Gern hätte ich mir ein, zwei Tage Augenruhe gegönnt, aber mein Arbeitsvertrag läuft nur noch bis Freitag. Also täglich acht statt sechs Stunden am Bildschirm kleben, damit ich die maximale Stundenzahl aus der Woche herausholen kann und mein Auge freut sich leider nicht mit.

Gerstenkorn happens. Hoffentlich nie nie nie wieder.

Erinnerung: Herpes happened und zwar richtig fies und richtig falsch an meiner Hochzeit. Hoffentlich nie nie nie wieder (beides: Hochzeit und Herpes).

Alle paar Monate findet in unserer großen Großstadt eine Messe statt. Manchmal finden sogar einige Wochen hintereinander Messen statt. In dieser Zeit ertönen die Lautsprecherdurchsagen in und neben den Straßenbahnen dreisprachig. Eine Art Weltstadtflair umgibt dann die City und jeder spricht plötzlich ä littel bit inglisch. Es wimmelt dann auch von ChinesenJapanern Asiaten, Arabern, östlichen Europäern sowie englisch- oder spanischsprachigen Besuchern auf den Straßen und den Gassen. Also wirklich bunt und lustig. Weltmännischfrauisch.

Schön ist es, wenn man den asiatischen Besuchern in irgendeiner Weise beim Übersetzen ihres Englischs in ein Englisch, das auch die älteren Hannoveraner verstehen oder besser noch ins Deutsche, helfen kann. Wunderbar.

Eine Theke über der in grünen fetten Buchstaben SERVICE steht und hinter der sich zwei Damen mit grünbetuchten Hälsen tummeln. Ein wenig verlegen kichern sie und schauen sich zwischendurch verstohlen panisch nach Fluchtmöglichkeiten um. Doch da gibt es keine einzige.

Der Chinese spricht immer wieder zwei Worte aus, nach denen er sucht. Nein, er kennt die Worte, sucht aber nach etwas, was sich wirklich dahinter verbirgt. Auf seinem Zettel steht:

Okay. Er möchte große Füßen haben? Nein, er schüttelt den Kopf.

Du ju want tu buy schuus? No. Dann kommt der Wink mit dem Zaunpfahl: er macht schaufelnde, essende Gesten.

Du ju want tu iet? Ein Nicken.

Ja! Somit wäre der Teil mit dem Fuß gelöst. FOOD. Big food?

Ich schaue diesen Szenen verkäuferischer Verzweiflung eher versteckt zu, während mein Mann um die Theke herumschleicht und nach kurzem Überlegen entscheidet, sich einzumischen.

Kann ich helfen? Jaja! Die Rufe der Servicemitarbeiterinnen klingen verzückt und erleichtert, es hätte nicht viel gefehlt und sie wären meinem Mann um den Hals gefallen. Zum Glück waren sie eher alt als jung. Wie dem auch sei.

Do you want to eat something?

Yes! Big foot. Großes Füße Essen!?

Restaurant? Yes.

Hamburger? Yes. Big foot.

Allen Englischkenntnissen zum Trotz sind Hände-und-Füße die einzige wahre Weltsprache. So kommt heraus, dass der junge asiatische Mann

PIG und nicht BIG

meint.

Gut. Schweineessen. Kein Problem, das gibt es überall.

No, pig foot.

Also Schweinefüße möchte er nun doch in Wirklichkeit essen. German speciality. Glaubt es oder glaubt es nicht, wir mussten ihn unverrichteter Dinge wegschicken. Ob jung oder alt, keiner kam letztens Endes auf die Idee.

Nachdem wir den Asiaten, den nach deutscher Kultur und Lebeart dürstete, so im Stich gelassen hatten, fiel mir Eisbein ein.

Das nächste Mal mach ich es einfach so:

I´m sorry, but I am not from here. Maybe I am some kind of tourist. Too. Aehem.

Das Gerstenkorn ist gewachsen und ich bin hin- und hergerissen, ob ich zur Arbeit gehen kann oder ob es zu anstrengend ist, das Auge stundenlang auf einen Monitor zu richten. Ich könnte schreien. ARG.

Geh nach Hause, Gerstenkorn!!!

Wir wollten Cocktails, Freunde und Musik. Vielleicht sogar den einen oder anderen Blick aufs laufende Spiel Schalke gegen Hoffenheim. Um achtzehn Uhr fanden wir uns zu fünft in der Lokation (sprich Lo-ka-zion) ein und mussten erst einmal die schwierige Aufteilung der fünfen auf einen oder zwei Tische bewältigen. Mein Süßer und ich kleben nicht wie Kletten zusammen, meine Schwester und ihr Liebster aber schon. Also saßen wir nicht nebeneinander. Wie sozial. So hatte die Einzelne (sprich Sin-gel) die Möglichkeit zentral zu sitzen und mit allen Kommunikation betreiben zu dürfen.

Leider, sehr leider kann ich nicht genießen. Nein. Ich genieße schon. Aber schnell und Schluck für Schluck, so dass der Geschmack im Schnelldurchlauf genossen wird. Und weg ist der Cocktail. Und der nächste. Und die Nachos. Und die Pommes, weil der Meitei einen ein wenig schwindelig und kicherig werden lässt.

In der oberen Etage spielt Hoffenheim und verliert klanglos. Von unten dröhnen immer lautere DJ-Beats (sprich Die-ttschej-Bietz) persisch herauf, während Massen von kostümierten Iranern hinunterströmen, zum Teil mit Sack und Pack (sprich Kind-und-Kegel).  Es herrscht ein Kommen und Gehen, aber wir bleiben treu und nutzen die Happy Hour (sprich Heppi Aua) schamlos aus. Genauso schamlos und lange genießen wir das Sitzenbleibrecht und lassen uns noch nicht einmal von dem häufigen “Ist bei euch noch alles in Ordnung?” einschüchtern.

Das lange Ausharren lohnt sich, denn junge Frauen in schwarzen Promotionklamotten (sprich Pro-mou-schen-Kla-motten) bieten uns Kurze gefüllt mit etwas Neuem an. Und obwohl ich mich mit Energydrinks beileibe nicht auskenne, mundet mir dieser außerordentlich gut. Der Genuss des geschenkten Gauls, dem man bekanntlicherweise nicht ins Maul schaut, würde meine spätere Schlaflosigkeit erklären. Es hat sich dennoch gelohnt. Alles. Der Abend, der verprasste Wocheneinkauf, die Gesprächsrunde. Nur das Gerstenkorn hätte mir erspart bleiben dürfen. Zumindest scheint es ein mildes zu werden.

Zum Vergleich mein echtes Auge:

Ungeschminkt und bebrillt musste ich heute deshalb mit einer meiner ältesten und besten Freundinnen frühstücken. Aber da es in meinem schönen Heim stattfand, hielt meine verletzte Eitelkeit sich in in Grenzen. Und nur mein Liebster jammerte wegen seines kleinen Katers.

Allerdings fühlte er sich gleich besser, als er beim Anblick meiner mit Brille in helle Begeisterungsschreie ausbrach. Er liebt meine Brille nicht mehr als mich, glaube ich. Weiß ich. Allerdings bin ich immernoch böse mit meiner Guessi. Sie hat mir einen dummen weißen Strich auf meinem Nasenbein beschert, weil kein Sonnenlicht bis dahin durchdringen konnte. Ein gebräuntes Gesicht mit einer weißen Stelle auf der Nase!? Ein No-Go (sprich Nou-Gou) für mich. Böse Brille! Aber stylish und schick ist sie doch. Oder?

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