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Puerto de la cruz – ein paar Tage in der Wärme.
5. Januar 2012 in familiär., freitags.., lieblich., peelia., urlaublich. | Hinterlasse einen Kommentar
Eingetaucht in den Frühling und einen Tag lang in sommerliche Sphären, nahm ich wirklich traurig Abschied von unserer Reise zwischen den Jahren. Seele baumeln lassen, Sonne tanken, nicht nachdenken müssen und die Zweisamkeit genießen- das waren unsere vorangingen Beschäftigungen. Wir lernten Menschen kennen- zumeist Touristen und Eingewanderte- für Bekanntschaften mit Tinerfeños reichten unsere Spanischkenntnisse leider nicht aus, aber eine Urlaubsrückkehr, gewappnet mit spanischen Vokabeln, ist fest für die weitere Zukunft geplant.
Der schwarzsandige Strand mit den gewaltigen Wellen des Atlantiks wurde mein vormittägliches Heim, während mein Liebster soweit wie möglich in die Wellen sprang. In den sieben Tagen liefen wir gefühlt 60 Kilometer bergauf und 40 Kilometer bergab, einige Tage waren meine Waden schwach vom Muskelkater. Wir bewunderten Ausblicke über Land und Meer, aßen die besten Hamburger der Welt, Fisch und papas arrugadas mit mojo rojo oder mojo verde, häufiger gab es Pommes zum Essen und manchmal Pizza. Obwohl wir im weniger touristischen Norden waren, passen sich viele Restaurants nun einmal den internationalen Wünschen ihrer Gäste an. Auch der cafe con leche y leche wurde ein leckerer Anlass, sich in ein Café zu setzen, wobei wir einige Versuche unternehmen mussten, um zu wissen, wir man ihn bestellt. Cortoda leche leche soll er wohl heißen und es wundert mich gar nicht, dass ich keinen bekam, als ich sagte, wir würden gern einen cafe con dulce leche haben wollen. Espresso bekamen wir stattdessen.
Nachmittags und Abends war eine Strickjacke nötig, denn der Wind kam stark vom Ozean her, aber beim Straßen hoch- und runterklettern wurde einem warm.
Fin de año wird Silvester im Spanischen genannt und viele Frauen kleiden sich schick und oftmals sehr kurz berockt. Allerdings fiel mir auf, dass keine blöden Blicke kamen, wenn man anders gekleidet war und das galt für die gesamte Zeit. Auf dem Plaza del charco in Puerto de la Cruz wurde eine Bühne aufgebaut und eine Band sang stundenlang scheinbar bekannte spanische Songs- manche in lateinamerikanischen Klängen und manche eher Schlagermäßig. Getanzt wird auf den Straßen, die Innenstadt ist voll mit Menschen, auf den Balkonen tanzen Menschen mit, es wird getrunken aber besoffene Unruhestifter sind nicht zu sehen.
Wir kaufen mit der Familie aus Deutschland zwei erstaunlich günstige Sektflaschen und für jeden ein Tütchen mit jeweils zwölf Trauben. Kurz vor Mitternacht pilgern alle zum nahegelegenen Strand und warten. Plötzlich werden zwölf einzelne Silvesterraketen hintereinanderweg abgeschossen- bei der dritten merke ich, dass ich schon drei Trauben hätte essen können. Ich schaffe alle zwölf mit einiger Verspätung, es wird angestoßen, ein bescheidenes Feuerwerk folgt und ich finde es gut, denn ich konnte diese Schwefelschwaden noch nie leiden. Ab und an knallt jemand mit einem Böller, aber die Party findet hauptsächlich tanzend statt. Wir bleiben bis drei Uhr, es ist noch lange kein Ende in Sicht und die Musikklänge wiederholen sich zum fünften Mal, was bei eigentlich unbekannten Liedern irgendwann ein wenig langweilig wird.
Wir lassen uns vom Taxi zum Hotel fahren, zu dem wir zu Fuß den Berg hoch diesmal sicher eine halbe Stunde gebraucht hätten und bewundern den Taxifahrer, der Halten am Hang perfekt beherrscht. Außerdem rast er mit geringsten Sicherheitsabstand die Piste hoch- wir zahlen noch nicht einmal vier Euro und wünschen ein feliz año nueve.
Am kommenden Tag ist die Stadt wieder perfekt sauber.
Unser erster gemeinsamer Urlaub hatte sehr schöne Rahmenbedingungen, war perfekt und ich bin begeistert von dem nördlichen Teil Teneriffas, möchte gern wiederkommen und den Teide besteigen, das Orotavatal besuchen, die Südküste sehen und mein Spanisch aufgefrischt zu Gesprächen mit den dort lebenden Menschen einsetzen.
Hasta luego, Teneriffa.
Verschluckt.
30. Juli 2011 in familiär., freitags.., jobtechnisch., peelia. | 4 Kommentare
Ich bin verschluckt worden von einem Job namens Bewerbermanagement, Mädchen-für-alles, Aushilfe, Schreibenaufsetzerin, Ideenmanagementberaterin und was sonst noch so anfällt. Es macht wirklich viel Spaß, ist herausfordernd und kurzweilig, denn die Zeit verfliegt täglich in einem Tempo, wie ich es noch nie erlebt habe. Leider bin ich dadurch mit Fahrzeiten und ein bisschen Überstunden fast 12 Stunden unterwegs und wenn ich daheim bin, sind große Sprünge nicht mehr möglich. Ich brauche wohl ein Smartphone. Oder eine überstandene Eingewöhnungsphase, nach der ich abends auch noch große Sprünge vorführen kann. In diesem Sinne lebt mein Blog noch, leider gerade auf einer der unteren Plätze der Prioritätenliste. Und nun genieße ich erstmal meinen Schabbat.
Und wenn ich wieder fitter bin, beehre ich eure Blogs wieder mit regelmäßigeren Besuchen.
Versprochen!
Meinungsbildung erfolgreich.
13. Juni 2011 in freitags.., jobtechnisch., peelia., studiert. | 4 Kommentare
Ich bin nicht auf dem Acker verschollen, nein. F*irefox hatte Grippe bekommen und somit unseren ururalt Laptop noch langsamer gemacht. Außerdem habe ich die freien Tage über jede Menge Besuch bekommen und selbst besucht, so dass ich euch noch nicht einmal danken konnte. Hiermit tue ich das offiziell: DANKE für eure ehrlichen Kommentare! Ich denke, die Meinung hieß einhellig:
Liebe Peelia, Rübenhacken muss nicht sein, denn auf dem Feld hacken vielleicht böse Männerlein.
Zudem weiß ich nicht, ob ich für die harte Ackerarbeit geschaffen bin, während ich meine mühevoll frei geschaufelten Tage dazu nutzen müsste, guten Eindruck bei eventuell zukünftigen Arbeitsgebern zu schinden. Wie man es dreht und wendet: es ist nichts. Also suche ich weiter und werde in der Zwischenzeit schlau (an Richard David Prechts “Wer bin ich- und wenn ja, wieviele” lese ich schon fünf Wochen, aber trotz riesigen Wissensmengen bleibt das eine oder andere doch hängen.).
Zufriedenheitsmodus reloaded.
6. Juni 2011 in freitags.., jobtechnisch., lieblich., peelia. | 4 Kommentare

Nichtsahnend gehe ich mit dem vollbeladenen Wäschekorb in den Keller- die Wäsche muss nun einmal gewaschen werden und da meine faule Phase gerade wieder geht, wird das Wäschewaschen nicht bis Donnerstag verzögert. Vorher werfe ich noch einen Blick in unseren Briefkasten, denn den Wäschegang habe ich zeitlich extra so geschickt gelegt, dass der Postbote schon da gewesen sein müsste, aber da wir es Montag haben, gibt es keine wichtige Post, sondern nur Werbung. Es kommt, wie es kommen musste: mein Blick fällt auf den Aushang neben den Briefkästen. Der “Bewohner des Monats” ist bildlich und schriftlich dokumentiert- es ist niemand Geringerer als mein Liebster. In der Hand hält er ein Schälchen, aber man erkennt nicht, was daran so besonders sein mag, bis man die Unterschrift liest, die besagt, dass er der schärfste Typ in unserem Haus und überhaupt sei. Ja, da kann ich natürlich nur zustimmen. In männlicher Hinsicht für mich und so manche Frau, die ihm schöne Augen macht, sowie in pepperonischer Hinsicht.
Es gab sich aber zu der Zeit, dass Freitag war und Peelia grummelig und unzufrieden, da sie die vergangene Woche so gut wie nichts Produktives hevorgebracht hatte, es wieder Freitag war, sie keinen Minijob mehr hatte und ihr Liebster sich stundenlang in der Muckibude herumtrieb, was sie ihm diesmal nicht von Herzen gönnte. Es war ja sowieso alles scheiße. Der Wind war zu stark und ihr Rock flatterte bei jedem Schritt fast bis unters Kinn, sie fühlte sich nicht wohl, kam mit dem Saubermachen nicht in die Puschen und überhaupt. Und dann kehrte ihr Held- der Liebste- glücklicherweise wieder zurück und schaffte es innerhalb von einigen Minuten, ihre Laune durch seine überaus zufriedene Art, aufzuhellen. Solch einen Zauberhelden sollte jeder haben! Es kam jedoch noch besser: die Nachbarin von oben klingelte und fragte an, ob man nicht mit dem halben Haus zusammen im Garten grillen wolle. Und ob man wollte! So nahm die Launenverbesserung ihren Lauf. Und da Peelia und ihr Liebster stets Stimmung verbreiten außer manchmal Freitag Vormittags und über sich und andere lachen können, wurde der Abend perfekt. Das i-Tüpfelchen waren jedoch die supersuperscharfen Chili, die keiner essen wollte, aber die mein Liebster a la Barney Stinson mit Herausforderung angenommen gern in Angriff nahm und so verdrückte er, ohne weiter an seinen armen Darm zu denken, gleich vier von den Teilen. Und ehrlich: ich sah ihn nicht heulen. Zumindest nicht gleich. Jedenfalls ging er- bildlich festgehalten- in die Annallen des Hauses ein und ziert nun den Hausflur. Und nun sagt: hat irgendjemand sonst eine solch tolle Hausgemeinschaft!?
Freitag bedeutet..
20. Mai 2011 in familiär., freitags.., jobtechnisch., lieblich., peelia., studiert. | 4 Kommentare
.. so langsam das Ende meiner Arbeitswoche. Wer regelmäßig in meinem Blog liest, wird sich ins Fäustchen lachen und sagen: “Harhar, was macht die denn den ganzen Tag?” Nun, da hat die Person nicht ganz unrecht, denn manchmal stehe ich in meiner Wohnung und sage: “Harhar, was habe ich denn den ganzen Tag gemacht?”.
Also, der Morgen und der beginnende Vormittag gelten schonmal gar nicht: einmal ein- und einmal ausgeatmet und ich stehe schon wieder in der Küche und koche unsere Sparnudeln. Im Übrigen suche ich jeden Tag wie im Fieber alle Jobbörsen nach einem guten Übergangsjob ab, aber niemand scheint Sozialpädagogen für Bürojobs haben zu wollen. Oder hättet ihr Lust, eine unerfahrene Verkäuferin für vier Monate einzuarbeiten- zumal ich bei einigen Jobs zu spät dran war und sie mir praktisch vor der Nase weggeschnappt wurden. Drei Antworten für Übergänge stehen noch aus, aber wenigstens eine frohe Nachricht ist Tatsache: ich habe ein Vorstellungsgespräch für ein Anerkennungsjahr ab Anfang Oktober. Wie sehr kann ich davon ausgehen, dass ich die Stelle bekomme? Sie ist ein wenig außerhalb von meiner Großstadt und vielleicht deshalb nicht so begehrt? Abgesehen von meinem einnehmenden Wesen und meiner Kompetenz und der Komplikation, dass ich gleich drei Freitage im Oktober aufgrund von Feiertagen nicht arbeiten könnte.. Dennoch sage ich: Bitte, bitte! Bitte, bitte.
Doch erstmal müssen wir bis Oktober überleben und das macht mir die größeren Sorgen: ich glaube, wir sollten gleich am Anfang des Monats mit den Nudeln beginnen und sie lediglich mit Tomatensauce verzehren. Hey, aber wir fallen schon nicht vom Fleisch abnehmen wollte ich doch sowieso, also ergreife ich die Chance und specke ein wenig meinen Arbeitslosenfrust ab. Ja, denn der Druck, den ich mir mache, ist manchmal wahnsinnig und nicht mehr schön, aber ich war noch nie eine brave Arbeitslose. Ab und an, wenn ich nicht gerade rumsumpfe und tue, als ob ich schon das ganze Wohnzimmer von dem Papierkram befreit hätte, aber es nicht getan habe, dann fühle ich dieses: Du musst schnell was tun- lies was, bilde dich weiter, such dir Arbeit, schnell, schnell. Und dann lese ich doch nochmal in dem Blog und in jenem, schaue ein bisschen How I met your mother und erledige im Schneckentempo ein paar der zu erledigenden Dinge. Ich brauche bezahlte Arbeit oder das bedingungslose Grundeinkommen! Nicht die besten Vorraussetzungen, um sich selbst anzuspornen, oder? Stattdessen verdonnere ich diverse Klamotten unter dem Vorwand auf das richtige Aufräumen zu warten, zum sich Stapeln im Schlafzimmer und schon ist die Hälfte der Wohnung unaufgeräumt. Vielleicht sollte ich heute lieber nichts tun. Ihr seht: Hoffen und Bangen prägt mein Dasein und ich wünschte, es würde sich bald eine milderne Option eröffnen, sonst fange ich noch an, Baldrian zu saufen.
Baldrian wäre auch für meine Gesichtsgefäße von Vorteil, denn dann würde ich nicht mehr immer mal wieder rot werden. Gestern beim L*idl stand ich an der Kasse und las aufmerksam einen Zettel mit einer Rückrufaufforderung, da eine zum Verkauf stehende Waage wohl Giftstoffe intus hätte, die für die Fußsohlen gefährlich wären und.. tja, hier knickte sich das Blatt ein wenig und aus der Neugier heraus griff ich zart danach, um schließlich die ganze Zettelkonstruktion hinunterzureißen. Tja. Ein bisschen peinlich, aber was solls: sowas schaffe ich regelmäßig. Jedenfalls sagte die Kassiererin, dass das nicht schlimm sei, stand auf und klebte es wieder an und dann war ich mit Bezahlen dran. Und plötzlich kam der unmögliche Satz, den man Rotwerdern nie sagen darf: “Deshalb müssen Sie doch nicht rotwerden!”. Ha. Als hätte ich gedacht: oh, wie schön, jetzt möchte ich mal wieder eine Runde Rotwerden. Ne, oder!? Ich errötete noch mehr und beneidete meinen Mann einmal mehr um seine kaschierende Hautfarbe: “Ich werde aber oft rot”, sagte ich und wurde krebsrot. “Das müssen Sie aber nicht!” antworte die Gute geistreich. Oh, danke, das wusste ich noch nicht, grummelte ich und floh puterkrebsundapfelrot von der Kasse, während alle Wartenden meine Gesichtsfarbe einer blickenden Inspektion unterzogen.
Freitage sind schon herrlich wenn ich sie dann endlich hinter mich gebracht habe, denn sie bereiten mich auf den kommenden freien Tag Samstag vor, an dem ich morgens ohne Druck aufwache und nichts tue. Gar nichts. Nur Frühstücken, Spazierengehen, Singen, zweiten Hochzeitstagfeiern, mit meinem Liebsten Rumhängen, Mittagsschlaf halten, Mittagessen, Spazierengehen, Gitarrespielen, Lesen und Diskutieren.. Herrlich. Möge es bald Schabbat werden, ich habe die Schnauze voll von dieser Woche. Und nun gehe ich wohl doch putzen und meine Gesichtsgefäße trainieren, ich brauche Erfolgserlebnisse.


